CDU/FDP sind für die Misere verantwortlich

9. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Aktuell

Leserbrief von Jürgen Kramm zu einem Artikel im Anzeiger für Harlingerland (Fischer: Es fällt zu viel Unterricht aus, Ausgabe vom 4. Oktober 2017):

Lieber Björn Fischer,

schön, dass Sie sich auch dieses wichtigen Themas annehmen und sich die Mühe gemacht haben, alle Schulen anzuschreiben. Natürlich gibt es Unterrichtsausfall, gerade hier auf dem Lande, auch bei einigen Eltern und Lehrern. Aber bei intensiver Lektüre dieser Zeitung oder Internet-Recherche – insbesondere, wenn Sie sich dies als Schwerpunkt für Ihren Wahlkampf gewählt haben – könnte man schnell feststellen:

  1. Zurzeit werden alle verfügbaren Lehrer eingestellt, einige sogar schon vor ihrem Referendariat. Auch sogenannte „Quereinsteiger“ ohne Pädagogikausbildung werden mit Kusshand genommen. Trotzdem kann der Bedarf nicht gedeckt werden – warum?
  2. Unter der CDU-Regierung bis 2013 (damals „Wulff: Lehrerstellen abbauen“/HAZ) wurden angehende Studenten verunsichert und durch Streichung von Studiengängen in den größten Unis Hannover und Göttingen vom Lehramtsstudium abgehalten, gerade auch für die Grundschulen. Bis ein Lehrer „fertig“ ist, braucht er rund sieben Jahre. Also durchschreiten wir gerade die Talsohle und stellen dabei fest: Der jetzige Lehrermangel ist von der alten CDU/FDP-Regierung verursacht worden.

Übrigens: Fragen Sie doch einmal Herrn Althusmann, der war damals Kultusminister. Wie er aktuell aus dem leeren Arbeitsmarkt eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung – was er ja verspricht – machen will, verrät er uns: Unter anderem durch Zusammenstreichung der Personalausstattung für Ganztag, Inklusion und Sprachförderung, also gerade auch die von Ihren erfragten Nachmittagsangebote.
Und: „Jedes Kind habe einen Anspruch auf einen vollständigen Unterricht“ – wie wahr! Allerdings hat dies ein CDU-Kultusminister schon einmal recht kreativ ausgelegt: Herr Busemann hat 2005 die Lehrersollstunden um 33.000 gesenkt, schon war er bei 100 Prozent Unterrichtsversorgung – er steht gut da, aber für die Schüler sind das natürlich auch Stundenausfälle.
Ein Letztes: Zurzeit wird getan, was irgendwie möglich ist, etwa die Einstellung von 650 weiteren sonderpädagogischen Mitarbeitern. Drei davon kommen auch in den Landkreis Wittmund, an die Schule „Altes Amt Friedeburg“, die Hauptschule Esens und die KGS Wittmund.

Mit freundlichem Gruß von Gewerkschaftskollege zu Gewerkschaftskollege,
Jürgen KrammWittmund

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