Freiwillig fürs Leben lernen

27. Januar 2017 | Von | Kategorie: Region

Berufsbildung – Fünf junge Frauen leisten in Holtriem Bundesfreiwilligendienst

„Bufdis“ an Grundschulen Utarp, Blomberg, Willmsfeld und Westerholt sowie im Kindergarten in Eversmeer sind alle weiblich.
24.1.17 – „Sie leisten für die Schulen und den Kindergarten tolle Arbeit“, urteilt Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends über die fünf jungen Frauen, die nach der Schule und vor dem eigentlichen Einstieg ins Studium oder in die Berufsausbildung einen Bundesfreiwilligendienst in der Samtgemeinde machen. Vier „Bufdis“ sind an den Grundschulen Utarp, Blomberg, Willmsfeld und Westerholt und eine ist im Kindergarten Eversmeer, sie machen ein Jahr lang den Bundesfreiwilligendienst.
Maren Heyen, 20, aus Ochtersum ist eine von ihnen, sie sammelt in der Grundschule erste Erfahrungen für ihr künftiges Studium im Grundschullehramt. Sie unterstützt die Lehrer in den Klassen, in dem sie Kindern, vor allen Dingen den Erstklässlern bei den Aufgaben hilft. Außerdem bietet sie mehrere AGen an der Ganztagsschule an. Gemeinsam mit den anderen Bufdis besucht sie Seminare. Maren Heyen macht die Arbeit an der Schule sehr viel Spaß, und sie sieht es als optimale Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Auch zum neuen Schuljahr in diesem Sommer würde die Samtgemeinde Holtriem gerne wieder „Bufdis“ einstellen. Im März werden dazu Ausschreibungen gemacht. „Denn erst müssen wir die Haushaltsentscheidungen ab-warten“, so Ahrends. Er würde es sehr begrüßen, wenn es wieder zu Einstellungen käme. „Alle Institute sind sehr zufrieden mit den Bundesfreiwilligendienstlern. Sie unterstützen sehr bei der Arbeit in Schule und Kindergarten“, so der Samtgemeindebürgermeister.

Praktische Erfahrungen sind „Gold wert“

Ausbildung Die 20-jährige Maren Heyen absolviert für ein Schuljahr ihren Bundesfreiwilligendienst

Jetzt weiß sie, was es heißt, Lehrerin zu sein, und will das Studium zum Grundschullehramt im Herbst aufnehmen.

Schon als Kind wollte Maren Heyen Lehrerin werden. „Das wollen ja viele, wenn sie in die Grundschule gehen”, erinnert sie sich schmunzelnd. Aber der Berufswunsch aus der Kindheit blieb, wenn sie sich auch zwischendurch mal unsicher war.
Jetzt aber weiß sie es sicher: Im Herbst will sie ein Studium für das Grundschullehramt aufnehmen. Sicherheit verschaffte ihr zum einen das Jahr in England, in dem sie als Au-Pair-Mädchen arbeitete, und zum anderen die Zeit, die sie jetzt gerade als Bundesfreiwilligendienstlerin („Bufdi”) in der Grundschule Utarp verlebt. Im August hat sie ihren Dienst dort begonnen und ist begeistert.
Die meiste Zeit verbringt sie in der ersten Klasse. „Es ist so toll zu sehen, wie schnell die Kinder Zahlen und Buchstaben lernen, und wenn man ihnen dabei helfen kann, ist das ein tolles Erlebnis“, schildert sie.
Sie hilft den Kindern bei ihren Aufgaben während des Unterrichts oder arbeitet den Stoff nach, wenn Kinder krank waren. „Es macht sehr viel Spaß“, sagt sie strahlend über die Schultage.
Außerdem bietet sie Projekte in Arbeitsgemeinschaften, den AG’s, an. Neben einer Fahrrad-AG mit Übungen für den Fahrradführerschein bietet sie auch Boßeln für die Kinder an .Und sie legt die ersten Früchte für eine spätere Begeisterung für die Freiwillige Feuerwehr: Maren Heyen ist mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten. Die 20-Jährige ist inzwischen aktive Feuerwehrfrau und weiß, wie wichtig es ist, die Kinder möglichst früh für dieses Ehrenamt zu begeistern, weil sie ansonsten längst anderweitig in Vereinen eingebunden werden können. Deshalb ist sie auch aktiv an den Überlegungen für eine Kinderfeuerwehr in Ochtersum beteiligt.
Maren Heyen sieht die Zeit an der Grundschule in erster Linie als die beste Möglichkeit, in der Praxis Erfahrungen für das Lehramt zu sammeln. Dass sie im Vergleich zu den ehemaligen Mitschülern, die nach der Schule eine Ausbildung machten und nun schon „richtig“ verdienen, noch eine Zeit lang ohne große Einnahmen lebt, stört sie nicht. „Ich und auch die anderen Bufdis wohnen noch bei den Eltern”, meint sie. Die praktische Erfahrung vor dem Studium sei „Gold wert“.
Im Frühling wird Maren Heyen sich für das Lehramtsstudium an mehreren Universitäten bewerben, am liebsten würde sie im Herbst nach Hildesheim oder Oldenburg gehen. „Aber ich mag es mir auch gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn ich nicht mehr an die Grundschule in Utarp/ Ochtersum gehen kann“, sagt sie, die die Kinder längst in ihr Herz geschlossen hat – und diese wohl auch die 20-jährige junge Frau.

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