Weniger Schulabbrecher – was ist der Grund?

16. Januar 2017 | Von | Kategorie: Aktuell

14.1.17 – In Niedersachsen ist die Zahl der Schulabbrecher weiter zurückgegangen. Das geht aus einer Erhebung für das Jahr 2014 hervor, die das Landesamt für Statistik nun vorgelegt hat. Demnach haben in diesem Zeitraum 4.245 Jugendliche die Schulen verlassen, ohne mindestens den Hauptschulabschluss zu erwerben. Dies entspricht einem Anteil von 4,9 Prozent – und liegt deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 5,8 Prozent. Um die Jahrtausendwende hatte die Quote der Schulabbrecher im Land noch bei rund zehn Prozent gelegen.

Ein möglicher Grund: die Ganztagsschulen

Der Grund für den stetigen Rückgang sieht Niedersachsens Kultusministerium um Ministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) unter anderem beim Ausbau der Ganztagsschulen. Demnach bieten diese “große Möglichkeiten, alle Schülerinnen und Schüler zu fördern und bei der Erlangung eines Schulabschlusses zu unterstützen.” Ein Beispiel sei die Hausaufgabenhilfe, so Sprecherin Tanja Meister.

Probleme bei anderen Schulformen

“Sicherlich hat die Ganztagsschule eine positive Wirkung”, sagte Eberhard Brandt, Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Zufrieden gibt er sich damit aber nicht und kritisiert die Entwicklung bei anderen Schulformen. “An den Hauptschulen macht ein Zehntel der Schüler keinen Schulabschluss. Hier haben wir noch immer ein großes Problem.” Auch an den Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen bekämen jedes Jahr 1.500 Schüler keinen Schulabschluss. Nur 1.000 von ihnen schafften einen Hauptschulabschluss, sagte Brandt.

“Nicht die Schulform ist entscheidend”

Als einen weiteren möglichen Grund für die sinkende Schulabbrecherquote führt die GEW auch die zunehmende Zahl der integrierten Gesamtschulen ins Feld. Dabei müsse aber noch mehr getan werden, sagte Laura Pooth, stellvertretende Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft. Die Quote sei in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Staaten nämlich immer hoch. Grundsätzlich sei Niedersachsen aber auf einem guten Weg. Grundsätzlich sei aber nicht die Schulform entscheidend, sondern die bestmögliche Unterstützung der Schüler durch entsprechende Konzepte und Förderpläne.

(Quelle: http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Weniger-Schulabbrecher-was-ist-der-Grund,schulabbrecher124.html)

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