KGS schlägt neuen Weg ein

27. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Region

Bildung Integrative Eingangsstufe vorgestellt – Start im Sommer 2017
Alle Grundschulleiter befürworten das neue Modell. Drei Jahre Vorbereitung.

22.10.16 – Ein neues Strukturmodell für den künftigen KGS-Unterricht: Ab Sommer 2017 bietet die kooperative Gesamtschule Wittmund eine zusätzliche Schulform an, die Integrative Eingangsstufe (IES). Drei Jahre Planung stecken in dem Projekt, das am vergangenen Mittwochnachmittag zwölf geladenen Grundschulleitern aus der Region vorgestellt wurde. Schulleiter Uwe Brauns und Dr. Reinhard Aulke erläuterten in einer Präsentation das IES-Modell. Eine „deutliche Entlastung“ lautete die erste Meinung der Schulleiter, die sich geschlossen für das neue Konzept aussprachen
In der Zukunft sollen die fünften und sechsten Jahrgänge statt in klassenzweigabhängigen Klassen in Verbänden unterrichtet werden. Das Material, mit dem die Schüler arbeiten, bleibt stets gleich, wird jedoch um zusätzliche, für den jeweiligen Abschlusswunsch spezifische Aufgaben erweitert. Erst dann müssen sie entscheiden, ob sie etwa auf die Realschule oder auf das Gymnasium wechseln wollen.
Die Unruhe, die Wechselschüler verursachen, die vom bisherigen Schulzweig in einen anderen zurückkehren, soll damit der Vergangenheit angehören. Bis zur Integrati-ven Eingangsstufe sei es ein langer Weg gewesen, so Brauns: „Es gab Diskussionen, Kollegen aus der ehemaligen Orientierungsstufe wurden befragt, der Elternrat ist einbezogen.“ Eltern müssten aufgrund der neuen Schulform nicht befürchten, dass zuwenig Personal für den übrigen Unterricht zur Verfügung steht. „Das Modell geht nicht zu Lasten der höheren Jahrgänge“, betont Brauns.

Mehr Entwicklungszeit für die Schüler

Bildung Ab Sommer 2017 bietet die KGS Wittmund die Integrative Eingangsstufe als neues Unterrichtsmodell an
Die neue Schulform soll für Schüler und Grundschulen gleichermaßen Entlastung bringen.

– Bessere Chancen für Schüler auf einen höheren Abschluss, Entlastung der Grundschulen und eine verlängerte Zeit, in der sich Schüler entwickeln können – dies sind nur einige der Vorteile der neuen Schulform Integrative Eingangsstufe (IES) für die Jahrgänge fünf und sechs, die ab Sommer 2017 an der KGS Wittmund angeboten wird. Schulleiter Uwe Brauns und der didaktische Leiter Dr. Reinhard Aulke stellten das Konzept am vergangenen Mittwochabend geladenen Grundschullehrern aus der Region (siehe Seite 1) vor.
Drei Jahre Planung stecken im IES-Modell, „und wir glauben, dass die Planung soweit ist, dass wir sie umsetzen können“, erläutert Schulleiter Uwe Brauns. An anderen kooperativen Gesamtschulen werde die Schulform bereits angewandt. So arbeite die KGS Wiesmoor seit drei Jahren damit, die KGS in Hage bereits seit Anfang an. In Weyhe-Leeste ist das Modell seit Jahresbeginn fester Bestandteil des Unterrichtplans.
Bei flüchtiger Betrachtung mag sich der Eindruck einer Neuauflage der im Jahre 2004 in Niedersachsen abgeschaff-
ten Orientierungsstufe einstellen – „wir wollen jedoch keinen alten Wein neu verkaufen“, stellt Dr. Reinhard Aulke klar. Unter anderem werde innerhalb des IES-Modells nicht in schulzweiggebundenen Klassen, sondern in Klassenverbänden unterrichtet. Ein Schüler, der im Laufe des Schullebens das Abschlussziel wechselt, bleibt in seiner gewohnten Lerngruppe. „Die Schüler müssen sich nicht an eine neue Schule gewöhnen und haben vielleicht weiterhin die gleichen Lehrer“, erläutert Uwe Brauns. Die Differenzierung zwischen den angestrebten Abschlüssen ergäbe sich über das Basismaterial – „die einen bekommen entsprechende Zusatzaufgaben“, so der Schulleiter.
Große Bedeutung hat der Elternwunsch – „über die zwei Jahre sind wir in ständiger Beratung mit den Eltern“, erklärt Uwe Brauns. Auch wenn am Ende die Entscheidung für einen Haupt-, Real- oder Gymnasialabschluss stehe, sollen die zwei zusätzlichen Jahren innerhalb der Integrativen Eingangsstufe vor allem der Entwicklungsphase der Schüler gerecht werden. „Wir glauben, dass in der Zeit von zehn bis zwölf Jahren ganz entscheidende Entwicklungsvorgänge passieren, da ist es im Sinne der Schüler, die Entwicklung in dieser Zeit entsprechend zu verlagern.“
Für die Grundschulen sieht der KGS-Leiter in der neuen Schulform große Entlastungen. Die Grundschulen sollen die Möglichkeit bekommen, zu ihren Wurzeln zurückzukehren und „Basics zu vermitteln“, wie Uwe Brauns zusammenfasst. Erfahrungen zeigten oft, dass bereits ab der zweiten Klasse Eltern nach einer Tendenz des eigenen Kindes fragen würden. Durch die Integrative Eingangsstufe falle die Beurteilung des angestrebten Abschlusses auf einem höheren Niveau aus – „ohne das über den Kopf der Eltern hinweg entschieden wird“, wie Schulleiter Uwe Brauns betont.
Bei der Integrierten Eingangsstufe handelt es sich um ein reines KGS-Produkt, das von den kooperativen Gesamtscnulen eigenverantwortlich angeboten wird. Die Jahrgänge dürfen bis zur achten Klasse im Verband unterrichtet werden. „Wenn die ersten Jahrgänge das Modell durchlaufen, muss man gucken, ob die gemeinsame Zeit nach oben ausgedehnt wird“, so Brauns.

 

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