Karte zeigt Unterrichtsausfall an den Schulen

25. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Aktuell

25.10.16 – Scharfe Kritik am hohen Unterrichtsausfall in Niedersachsen übt die FDP. Der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, sagte: „Die Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen ist so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr und das muss sich ändern.“ Auf Drängen der FDP-Fraktion habe Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) jetzt die vorläufigen Zahlen zur Unterrichtsversorgung jeder einzelnen Schule in Niedersachsen veröffentlicht.

(Quelle: http://www.nwzonline.de/seite1/karte-zeigt_a_31,1,2544339881.html)


UPDATE 26.10.16:

FDP: Bildungspolitik so schlecht wie noch nie

Die Liberalen im niedersächsischen Landtag üben Kritik an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Grund dafür sind Planungszahlen für die Unterrichtsversorgung. Aus denen geht hervor: Auch in Ostfriesland hatten kurz vor Beginn des laufenden Schuljahres längst nicht alle Einrichtungen genügend Lehrer.

26.10.16 – Für die FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag steht fest, welchen Schluss man aus den Zahlen des Kultusministeriums in Hannover ziehen muss: Schlimmer als Ministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) „kann man Bildungspolitik nicht machen“, so der schulpolitische Sprecher der Liberalen, Björn Försterling. Anlass für die Kritik sind Daten zur Unterrichtsversorgung an den Allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen: „Mit einer durchschnittlichen Versorgung von 98 Prozent erreicht Niedersachsen einen Tiefstand wie seit 15 Jahren nicht mehr“, so Försterling.
Die FDP-Fraktion hatte die Zahlen am Montag in einer interaktiven Karte veröffentlicht (die OZ berichtete). Das Kultusministerium wies die Darstellung der Liberalen gestern zurück: Anders als von der FDP angegeben, gehe es bei den Daten nicht um die tatsächliche Unterrichtsversorgung, sondern um „Werte aus einem internen Planungsinstrument“ zum Stichtag 1. August. Doch die Planzahlen legen eben nahe, dass kurz vorm Ende der Sommerferien auch in Ostfriesland längst nicht alle Schulen ausreichend Lehrkräfte hatten (siehe Tabelle unten).
Den Leiter des Gymnasiums Ulricianum in Aurich, Dieter Schröder, überrascht das nicht. Er sieht generell Probleme für Schulen im ländlichen Raum, Ersatz für ausgefallene Lehrer zu finden. „Feuerwehrstellen können kaum besetzt werden“, sagt Schröder. Eigentlich müsse die geplante Unterrichtsversorgung deshalb bei mehr als 100 Prozent liegen -um einen Puffer zu haben, wenn Kollegen ausfallen. „Krankheitsfälle sind eben immer programmiert“, so Schröder.
Wobei das Ministerium darauf hinweist, dass der Wert zur Unterrichtsversorgung eben mehr umfasst als die Pflichtstunden. Bei Ganztagsangeboten etwa würden sogenannte Zusatzbedarfe angerechnet. Die Botschaft aus Hannover unterm Strich: Selbst wenn der Wert der Unterrichtsversorgung unter 100 Prozent liegt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Unterricht ausfällt.
Die FDP hat eine andere Sichtweise. Für Försterling steht fest: „An den über 3000 Schulen in Niedersachsen fällt jede zehnte Unterrichtsstunde aus, und die Landesregierung tut nichts dagegen.“ Rechne man den durchschnittlichen Krankheitsstand hinzu, fehlten den Kindern in Niedersachsen jede Woche 100 000 Stunden Unterricht.
Das Kultusministerium hält dagegen, dass im vorigen Schuljahr landesweit rund 4250 Lehrer eingestellt wurden – „ein Rekordwert“. Zum Beginn des laufenden Schuljahres habe man zudem weitere 2300 Lehrer angeheuert, und zum nächsten Halbjahr sollen 1300 neue hinzukommen. Die Stellen seien jedenfalls ausgeschrieben. „Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können“, heißt es aus Heiligenstadts Ressort.
– Die Tabelle auf dieser Seite basiert auf den Zahlen, auf die sich auch die FDP-Fraktion im Landtag bezieht. Sie wurden zum 1. August erfasst. Sie stammen vom Kultusministerium, nach dessen Angaben es sich um Planungsdaten zur Unterrichtsversorgung im laufenden Schuljahr handelt. Bei der Wiedergabe wurden Systematik und Bezeichnungen übernommen. Die interaktive Karte der FDP gibt es im Internet unter der Adresse http://go.zgo.de/caabr.

(Quelle: Ostfriesenzeitung 26.10.16)

 

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