Schleswig-Holstein: Studie zum Thema Bildungskosten für Familien

15. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Aktuell

Bildungsministerin Britta Ernst: „Bildung darf nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängig sein.“

14.10.16 – „Bildung darf nicht vom Portemonnaie und dem Bildungsstand ihrer Eltern abhängig sein“, sagte heute (14. Oktober) Bildungsministerin Britta Ernst im Landtag. Die Ministerin legte einen Bericht zum Elternanteil an den Bildungskosten für ihre Kinder vor, mit dem das Parlament sie beauftragt hatte. Demnach geben Eltern im Durchschnitt rund 1.000 Euro pro Kind und Schuljahr aus.

„Diese Untersuchung ist ein Beitrag zur Stärkung der Bildungsgerechtigkeit“, betonte Ernst und sagte einen breiten Dialog mit Eltern und Interessenverbänden über Bildungskosten zu. Sie wolle keine Ergebnisse vorwegnehmen, nannte aber mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen. So könne man mit dem Ausbau von Ganztagsangeboten mehr Zeit für gezielte Förderung schaffen und die private Nachhilfe überflüssig machen, könne bei Klassenreisen kostensensibler sein und auch die die Kosten für Material und die digitalen Medien kritisch prüfen. Zudem müsse man prüfen, auf welche Kostenfaktoren das Bildungsministerium mit veränderten Rechts- und Verwaltungsvorschriften Einfluss nehmen könne. Zu diskutieren sei auch, ob das Bildungs- und Teilhabegesetz die richtigen Elternaufwendungen auffange.

An der Studie, die das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) erarbeitet hat, nahmen im Herbst des Schuljahres 2015/2016 3592 Eltern und 287 Lehrkräfte von 56 Schulen aller Schularten in Schleswig-Holstein teil.
Die wesentlichen Ergebnisse:

  • Im Durchschnitt geben Eltern knapp 1.000 Euro pro Kind und Schuljahr aus.
  • Die höchsten Ausgaben entstehen in der Kategorie „Versorgung und Betreuung“ mit durchschnittlich rund 300 Euro.
  • Die im Durchschnitt geringsten Kosten entstehen in der Kategorie „Bücher“ mit knapp 50 Euro pro Schuljahr.
  • Für schulische Ausstattung entstehen nahezu allen Eltern Kosten, und zwar durchschnittlich rund 170 Euro.
  • Eine vergleichbare Höhe erreichen die Kosten für Unternehmungen mit durchschnittlich rund 180 Euro.
  • Im Rahmen des Sportunterrichts fallen im Durchschnitt 105 Euro an.
  • Die Kosten für Verbrauchsmaterial betragen jährlich im Schnitt 89 Euro.
  • Der Mittelwert der Kosten aller Eltern für Nachhilfe beträgt rund 102 Euro.

Die Bildungsministerin wies darauf hin, dass sich die Durchschnittskosten im Einzelfall erheblich unterschieden, zum Beispiel an den Punkten Nachhilfe sowie beim größten Posten Versorgung und Betreuung. Hier zahlten viele Eltern gar nichts, die meisten weniger als 135 Euro – aber in einigen Familien fielen auch fast 400 Euro an. Insbesondere werde deutlich, dass Eltern mit höheren Bildungsabschlüssen mehr in die Bildung ihrer Kinder investierten. „Wir müssen das Thema in aller Breite weiter bearbeiten, denn es geht um Bildungsgerechtigkeit“, betonte Britta Ernst.

(Quelle: https://bildungsklick.de/schule/meldung/studie-zum-thema-bildungskosten-fuer-familien/)

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