Der Lehrermangel ist ein Dauerthema

9. September 2016 | Von | Kategorie: Region

Bildung Kreis- und Stadtelternrat tagten – KGS-Schulleiter Brauns berichtete über Schule
Eltern suchen Lösungen, Lehrer in die Region zu locken. Finanzielle Anreize im Gespräch.

8.9.16 – „Lehrer nach Ostfriesland zu holen, wird immer schwieriger“, berichtet Uwe Brauns, Leiter der KGS in Wittmund. Die Konsequenz seien unbesetzte Stellen und im schlimmsten Fall Unterrichtsausfall. Derzeit könne der Unterricht aber im Großen und Ganzen nach Plan erteilt werden. Bei der öffentlichen gemeinsamen Sitzung des Kreis- und Stadtelternrats in der Mensa der KGS Wittmund stand das Thema Lehrermangel am Montag im Mittelpunkt.
Kreiselternratsvorsitzender Jan Hermann freute sich, dieses Thema diskutieren zu können. „Das Thema betrifft uns als Eltern im gesamten Landkreis massiv“, erklärte Hermann. Das größte Problem sei es, die Lehrer erstmal hierher zu bekommen, erläuterte Uwe Brauns. Wenn sie dann da seien, sei es einfacher sie zu halten. „Besonders in den Fächern Kunst, Musik, evangelische Religion, Politik und Physik ist es zunehmend schwer die ausgeschriebenen Stellen besetzen zu können“, so der KGS-Schulleiter. In diesen Fächern gebe es zu wenig Bewerber, und diese können sich die Stellen aussuchen. „Im Wettbewerb gucken wir in den letzten Jahren leider immer öfter in die Röhre“, erklärte Brauns ein großes Problem der Schule. Es müssten Anreize geschaffen werden, so Brauns, die dazu führen, dass Lehrer sich auch in ländlichen Gebieten bewerben und nicht nur in den städtischen Gegenden. Als einzige Möglichkeit sieht der Schulleiter finanzielle Anreize und Unterstützung. „Das sehe ich nicht ganz so“, erwiderte Jan Hermann. „Ich bin der Meinung, dass dies zu einem finanziellen Hochbieten der Kreise führt und das Problem nicht gelöst wird“, sagte der Kreiselternratsvorsitzende. Er schlug ein Marketingkonzept vor, mit dem der Landkreis bereits an den Universitäten auf sich aufmerksam macht. „Dies haben andere Regionen in ähnlicher Situation schon mit Erfolg praktiziert“, berichtete Hermann. Brauns und Hermann waren sich einig, dass es zudem wichtig sei, eine gute Infrastruktur vorzuhalten. Auch die Ausstattung der Schulen sei wichtig, um Bewerber für sich zu gewinnen. „Das Ganze drum herum ist entscheidend“, fasste Hermann die Faktoren zusammen.
Wie konkret der Kreis- und Stadtelternrat tätig werden können, um bei der Problemlösung behilflich zu sein, blieb indes noch offen. Auf jeden Fall wollen die Eltern in Kontakt mit dem Landkreis und der Stadt bleiben und regelmäßige Gespräche führen. Uwe Brauns machte noch auf einen konkreten Fall an der KGS aufmerksam, in dem eine Lehrerin nach der Elternzeit nicht zurück in den Schuldienst kommen kann, weil sie keinen Kitaplatz bekommt. „Dadurch fördert die Region den Lehrermangel“, ärgerte sich Brquns. „Es ist wichtig, auf diesen Punkt hinzuweisen“, unterstrich Hermann. Er werde die Gespräche mit der Stadt aufnehmen, versprach er.
Der KGS-Schulleiter berichtete den Eltern zudem über die Situation an der Schule in Wittmund und lud sie zu einem Rundgang durch den Neubau der Schule im Frühjahr ein, wenn dieser in Betrieb genommen werden soll. Die Vorstellung des Konzepts der Integrierten Eingangsstufe, die auf Beschluss des Schulvorstands zu Beginn des kommenden Schuljahres eingeführt werden soll, führte bei den Elternvertretern zu einigen kritischen Nachfragen an den Schulleiter. „Künftig werden die Schüler nicht mehr nach der Grundschule abschlussbezogen separiert“, erläuterte Brauns. In den Klassen fünf und sechs gibt es für alle Schüler gemeinsamen Unterricht. Es werde aber Kurse auf grundlegendem und erhöhtem Niveau geben, um dem Leistungsvermögen der Schüler gerecht zu werden. Über die zwei Jahre werde es für die Eltern eine intensive Beratung über die künftige Schullaufbahn ihres Kindes geben. „Wir wollen damit aber nicht die ehemalige Orientierungsstufe ersetzen“, erklärte der Schulleiter. Das selbstständige Lernen der Schüler werde in Basislernstunden gefördert. Jan Hermann lobte das Konzept der dauerhaften Beratung, denn dies sei für die Kinder das Beste. Brauns kündigte an, dass eine umfangreiche Information für Eltern und Grundschulen folgen wird. Es ist geplant, mit der Integrierten Eingangsstufe nach den Sommerferien 2017 zu starten.
Zum Abschluss der Sitzung erfolgten die Wahlen der Vertreter für den Kreis- und Stadtschulausschuss. Für fünf Jahre ist nun Elke Gerjets Mitglied des Kreisschulausschusses. Die Eltern im Stadtschulausschuss vertritt künftig Vanessa Oltmanns.

(Quelle: Anzeiger für Harlingerland, 8.9.16)

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