Ministerin sucht händeringend Lehrer

4. August 2016 | Von | Kategorie: Aktuell

Bildung Heiligenstadt wirbt mit einem 17-Punkte-Plan – Erst 2040 von 2700 freien Stellen besetzt
Auch Seiteneinsteiger sind begehrt. Referendare können schon früher anfangen.

4.8.16 – Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sucht händeringend neue Lehrer für Niedersachsen. Hintergrund ist ein dramatischer Lehrkräftemangel: Zum neuen Schuljahr sind 2700 Stellen an den öffentlichen Schulen ausgeschrieben. Bislang wurden davon aber erst „2040 Stellen besetzt“, räumt Heiligenstadt ein. Vor allem an Grund-, Haupt- und Realschulen „ist es eine Herausforderung, die vielen Stellen zu besetzen“, bedauert Heiligenstadt. Das Kultusministerium will jetzt mit einem 17-Punkte-Aktionsplan gegensteuern und mehr Pädagogen für den Schuldienst in Niedersachsen gewinnen.
Der Plan sieht unter anderem vor, Quereinsteigern den Weg zu einem Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen zu erleichtern. Referendare, die ihre Prüfung bestanden haben, können ihre Stundenzahl bis zum Soll eines fertig ausgebildeten Lehrers erhöhen. Pensionierte Lehrer sollen als Vertretungskräfte reaktiviert werden. Wer die Altersgrenze erreicht hat, aber trotzdem Weiterarbeiten will, erhält acht Prozent mehr Bezüge.
Ganztagsschulen können mehr Lehrerstunden als bisher für den Ganztag bereitstellen und Ganztagsangebote mit außerschulischen Kooperationspartnern finanzieren. „Lehrkräfte, die bisher für den Ganztag eingeplant waren, stehen somit für Pflichtunterricht zur Verfügung“, betont das Kultusministerium. Auch die fachspezifischen Bedarfsregelungen für die Einstellung in den Schuldienst werden flexibilisiert. Aufgrund der Bewerberlage können auch Stellenausschreibungen mit Fächern erfolgen, für die an den jeweiligen Schulen derzeit kein ausgeprägter fachspezifischer Bedarf besteht.
Mit dem ersten Schultag starten an diesem Donnerstag insgesamt mehr als 836000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen ins neue Schuljahr 2016/17. Den ersten Schultag in ihrem Leben erleben rund 69100 Kinder an Grund- und Förderschulen. Allerdings können sich diese Zahlen wegen der Flüchtlingssituation noch deutlich erhöhen, betont Ministerin Heiligenstadt. Genaue Daten liegen erst Mitte August vor.

(Quelle: Ostfriesenzeitung, 4.8.16)

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