Neue Konzepte für BBS und Förderschulen

28. April 2016 | Von | Kategorie: Aktuell

BILDUNG Die Verwaltung will aufgrund prognostizierter stark sinkender Schülerzahlen einiges ändern
Der demografische Wandel wirkt sich auch auf die Bildungseinrichtungen im Landkreis aus. Weniger Schüler brauchen künftig vielleicht auch weniger Räume.

28.4.16 – Für die Berufsbildenden Schulen in Wittmund und Esens sowie die beiden Förderschulstandorte im Landkreis wird sich auf absehbare Zeit wohl einiges ändern – möglicherweise müssen Standorte geschlossen werden. Das legen jedenfalls Prognosen für Schülerzahlen nahe, die die Firma Biregio am Dienstag im Kreisschulausschuss vorstellte. Das Unternehmen war vom Landkreis beauftragt worden, einen Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufen I und II zu erstellen.
„Rein rechnerisch sind die Räume in der BBS-Außen-stelle in Esens ab 2020 verzichtbar“, erklärte Anja Rei-nermann-Matatko von Biregio nach der Präsentation ihrer Prognosen. So werde die Schülerzahl an der BBS etwa im Bereich Gesundheit von 944 im Schuljahr 2014/2015 auf 787 Schüler im Schuljahr 2020/2021 sinken. In den Fächern Wirtschaft und Verwaltung sowie im gewerblich-technischen Bereich werden die Zahlen voraussichtlich ähnlich stark zurückgehen.
BBS-Leiterin Christine Steinröder stellte die Zahlen allerdings infrage. „Im Moment platzen wir noch an beiden Standorten aus allen Nähten“, sagte sie auf Nachfrage. Vor einigen Jahren hätten sie schon einmal eine Prognose erhalten, die für dieses Schuljahr deutlich weniger Schüler vorhergesagt habe, als jetzt tatsächlich da seien. Allerdings sei auch klar, dass die Schülerzahlen in Zukunft tatsächlich zurückgingen, so Steinröder. Es sei nur eben schwierig vorherzusagen.
Auch für die Förderschulen mit ihren beiden Standorten Wittmund und Esens rechnet Biregio künftig mit stark sinkenden Schülerzahlen – und deshalb mit einem Überangebot von Räumen. Es komme hinzu, dass einer der beiden Förderschwer-
punkte auslaufe, also nur noch einer bleibe. Auch dort werden die Schülerzahlen sinken.
Den Rückgang der Schüler errechnete Biregio auf Grundlage des allgemeinen demografischen Wandels. Diese Entwicklung betrifft eigentlich fast alle Schulen, und nicht nur im Landkreis Wittmund. „Der Kampf um die Kinder wird künftig immer stärker auch über Landkreisgrenzen hinaus ausgetragen“, so Reinermann-Matatko. Damit gelte für jede Schule, möglichst viele Einpendler aus anderen Kreisen für sich zu interessieren.
Die Verwaltung will nun mit BBS und Förderschulen Konzepte erarbeiten, wie mit diesen Erkenntnissen umgegangen werden könnte. Erster Kreisrat Hans Hinrichs betonte aber auch: „Für alle anderen Schulen sehen wir mittelfristig keine Bestandsgefährdung.“

(Quelle: Ostfriesenzeitung, 28.4.16)

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