CDU will alle Förderschularten erhalten

24. Januar 2015 | Von | Kategorie: Aktuell

Tagung Parteispitze legt eigenes Bildungskonzept vor – Debatte über neues programmatisches Profil
Die Klausur dauert drei Tage. Diskutiert wird ein Gegenentwurf zu „rotgrünem Dirigismus“.

VON GUNARS REICHENBACHS UND STEFANIE DOSCH
24.1.15 – Die CDU in Niedersachsen will ihr programmatisches Profil als „Volkspartei der Zukunft“ auf einer dreitägigen Klausurtagung in Walsrode schärfen. Einen großen Platz in ihrer „Walsroder Erklärung“ nimmt die Bildungspolitik ein: „Die CDU steht für ein vielfältiges Schulsystem, für die Qualitätsschule und für Leistung, die sich lohnt“, sagte Generalsekretär Ulf Thiele.
Besondere Kritik üben die Christdemokraten an dem Vorhaben, die „geplanten massiven Eingriffe in die Schullandschaft“ bereits zum Schuljahresbeginn 2015/2016 in Kraft treten zu lassen. „Auf diese Weise kann es in Niedersachsen ganz sicher keinen Schulkonsens geben“, sagte CDU-Landesvorsitzender David McAllister.
Als wichtige Forderung hebt die CDU den Erhalt aller Förderschulformen hervor, um den Eltern die Wahl des Bildungs- und Förderortes für ihre Kinder zu ermöglichen. Zudem will sich die Partei dafür einsetzen, an den Grundschulen die Noten und die Schullaufbahnempfehlung zu erhalten. Der Parteivorstand erneuert seine Kritik an den rot-grünen Plänen zur Integ-
rativen Gesamtschule als ersetzende Schulform und warnt vor einem „tiefgreifenden Qualitätsverlust“.
Ganz oben auf der Themenliste der CDU steht auch die Regionalpolitik. „Gleichwertige Lebensverhältnisse in den Ballungsgebieten und auf dem Land bleiben eines der herausragenden Ziele unserer Politik“, lautet das Bekenntnis. Die CDU erteilt dabei jedem Zentralismus eine klare Absage: „Die Entscheidungsträger vor Ort wissen immer noch am besten, wie man die jeweilige Region voranbringt!“ Umfangreich fällt der Forderungskatalog zum Anti-Terror-Kampf aus. Dazu gehört „die Wiedereinführung der Strafbarkeit des Werbens für terroristische Vereinigungen“. Zugleich fordert die CDU, dass „Deutsche mit mehrfacher Staatsangehörigkeit, die sich Organisationen zum bewaffneten Kampf gegen die Werte des Grundgesetzes anschließen, die Staatsangehörigkeitverlieren“.

(Quelle: Ostfriesenzeitung, 24.1.15)

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Ein Kommentar
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  1. das Thema Inklusion wird auch deshalb „draußen“ so wenig verstanden, weil es so viele Formen von Förderschuken gibt. Es gibt Förderschulen, die nur für „geistig“ beeinträchtigte Kinder geeignet sind.
    Hier werden sowohl z.B. Kinder mit Down-Syndrom beschult und Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Defiziten, denn die Schulpflicht gilt primär erst mal für alle Kinder ausnahmslos.
    An Förderschulen mit dem Schwerpunkt „K“ für körperlich eingeschränkt findet man viele Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen oder in der Mobilität eingeschränkt sind und leider keine barrierefreie Schule in der Nähe haben. Auch hier war die Vorgabe zur Umsetzung von mehr Barrierefreiheit erforderlich. Ein Kind am Gehwagen oder im Rollstuhl hat mal primär keine geistige Defizite, warum also keine Inklusion?
    Es gab und gibt sie, die Situation, dass ein Kind im Rollstuhl höhere Schulen besucht, auch in Kaufbeuren oder dass der Besuch der Sprengelregelschule trotz körperlicher Defizite und Lernschwäche möglich gemacht wird.
    Aufgeschlossene Schulleiter und starke Eltern schaffen dies mit zusätzlicher Unterstützung, die nötig ist und lassen betroffene Kinder teilhaben an einem normalen (Schul)-Alltag.
    Der Bereich „lernschwach oder sogar „lernbehindert“ ist im Hinblick auf die Inklusion am stärksten von einer Ausgrenzung betroffen, weil die Schüler, die dort angemeldet sind zu 90 % gar nicht von einer Behinderung betroffen sind, sondern sie sind eben langsamer und brauchen mehr individuelle Förderung. Diese Schüler werden nach neun Schuljahren ohne gültigen Abschluss in die Berufswelt entlassen und profitieren zur Zeit von der großen Nachfrage auf dem ersten Arbeitsmarkt. Viele Schüler benötigen Anschluss weiter intensive Fördermaßnahmen, weil die Schlüsselqualifikationen der Schüler dennoch fehlen. Berufsvorbereitende Maßnahmen, die eben auch viel Geld kosten.
    An dieser Stelle muss man das teure Förderschulsystem „L“ = lernschwach hinterfragen, weil es Nachhaltigkeit vermissen lässt. Es gilt, dem Einzelfall gerecht zu werden und das ist nur mit der Vorgabe der Inklusion überhaupt möglich. Die Doppelführung des Systems ist finanziell auf Dauer nicht tragbar.

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