Landkreis steigt beim Bad nicht ein

20. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Region

Lehrschwimmbecken Landrat Köring sieht andere wichtige Aufgabenfelder.
Bürgermeister Claußen wirft Schulleitung vor, Ängste bei den Eltern zu schüren.

VON INGA MENNEN
18.10.14 – Der Landkreis Wittmund wird sich in keiner Weise an einem Neubau des Lehrschwimmbeckens an der Finkenburg-Grundschule beteiligen. Das teilte Landrat Matthias Köring gestern mit. Aus der Bevölkerung waren in den vergangenen Tagen Vorschläge gekommen, der Kreis möge sich an dem Neubau, der im Aufgabenbereich der Kommune liegt, finanziell einbringen.
„Nicht alles wünschenswerte ist finanzierbar, wir haben als Kreis unsere Prioritäten für die nächsten Jahre klar formuliert“, so Köring, der dabei Investitionen in das Krankenhaus, die Kreisstraßen, den Katastrophenschutz, in die KGS und in den Ausbau der digitalen Infrastruktur aufzählt. Zudem sei die Finanzierung des Lehrschwimmbeckens eine originäre und auch freiwillige Aufgabe der Stadt Wittmund. Der Kreis akzeptiere das Bäderkonzept der Kommune aus dem Jahr 2010. „Wir respektieren die kommunale Selbstbestimmung“, machte Köring deutlich.
Köring und Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen reagierten gestern auf die Mitteilung, dass die Grundschule ab Februar den Schwimmunterricht in der Cliner Quelle einstellt, mit Unverständnis. „Anstatt diese Konsequenz zu ziehen, hätte ich mir gewünscht, dass Alternatiwor-schläge vorgebracht werden“, so der Landrat. Damit schlägt er in Claußens Kerbe, der der Schulleitung der Finkenburg-Grundschule vorwirft, Ängste bei den Eltern zu schüren.
Unterdessen hat der Stadtelternrat mitgeteilt, dass er zusammen mit der DLRG eine Unterschriftenaktion zum Erhalt des Lehrschwimmbeckens initiiert und Spenden für die Finanzierung einwerben möchte.

„Mit Quelle steht Bad zur Verfügung“

Politik Lehrschwimmbecken war für Schule komfortabel, so Claußen

WITTMUND/IME – Damit ihre Kinder schwimmen lernen, sollten die Eltern auch eigenverantwortlich agieren, so Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen und Landrat Matthias Köring gestern in einem Gespräch, in dem der Kreis mitteilte, sich nicht finanziell an der Sanierung des Lehrschwimmbeckens an der Finkenburg-Grundschule zu beteiligen (siehe Seite 1).
Sowohl in Esens, als auch in Neuharlingersiel, Harlesiel, Bensersiel, Aurich und Wies-moor gebe es Möglichkeiten für Kinder, schwimmen zu lernen. „Ich habe großen Respekt vor dem Engagement der Eltern und Kinder zum Erhalt des Lehrschwimmbeckens an der Finkenburgschule“, so Claußen. Die Schulleitung versuche aber mit ihrer Entscheidung, das Schulschwimmen einzustellen, die Politik vor vollendete Tatsachen zu stellen, reagiert der Bürgermeister auf die Mitteilung der Grundschule. Die Einstellung des Schul-schwimmens sei in keiner Weise mit dem Schulträger, der Stadt Wittmund, abgestimmt worden. Aus diesem Grund hat Claußen die Landesschulbe-hörde darüber in Kenntnis gesetzt und darum gebeten, das Thema auf der nächsten Schulleiterdienstbesprechung in der kommenden Woche im Rathaus zu behandeln. Er fordert die Schulleitung auf, Kompromissbereitschaft zu zeigen und betonte nochmals, dass die Haushaltsituation eine Sanierung für drei Millionen Euro nicht hergebe.
„Die Grundschule und die KGS in Wittmund stellen ihre Schwimmausbildung ein, weil das Lehrschwimmbecken geschlossen ist und nicht wieder saniert werden soll. Eine Fortsetzung der Ausbildung in der Cliner Quelle ist nach Ansicht der Schulen aus organisatorischen Gründen nicht möglich“, teilt Dr. Karl-Heinz Menßen in einem offenen Brief mit und fordert den Bürgermeister auf, „den Schulleitungen – die es alleine wohl nicht schaffen – dabei zu helfen, die Schwimmausbildung in der Cliner Quelle schnell wieder verlässlich zu organisieren.“
„Die Finkenburgschule hatte bislang die komfortable Situation gehabt, das Lehrschwimmen im eigenen Gebäudekomplex vorhalten zu können. Eine Schließung verändert natürlich diese Situation“, sagt Claußen. Landrat Köring führt beispielhaft die Friedeburger Schüler an, die zur Schwimmausbildung nach Wiesmoor fahren müssten. Auch in Holtriem gebe es kein entsprechendes Lehrschwimmbecken. „Mit der Cliner Quelle steht ein modernes Bad zur Verfügung. Zudem unterstützen die Schwimmmeister die Ausbildung“, so Claußen.

(Quelle: Anzeiger für Harlingerland, 18.10.2014)

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