Streit um Sprachförderschulen

26. Januar 2014 | Von | Kategorie: Aktuell

Heftige Debatte im Landtag über Abschaffung – Kritik an Ministerin

Heiligenstadt wirbt für Inklusion als „Menschenrecht“. Sie sucht Kontakt zu Verbänden.

25.1.14 – Turbo-Abi, Ende von Sprachförderschulen und Unterrichtsversorgung – die Landtagsdebatte bietet am Freitag genug thematischen Sprengstoff für eine temperamentvolle Debatte. Die Feststellung von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), Reformpläne würden „behutsam und sorgfältig“ umgesetzt, erntet scharfen Widerspruch von der Opposition.Regelrechte Wortgefechte löst die Frage von Ex-Ministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) aus, wann die Kultusministerin das letzte Mal in einer Sprachförderschule gewesen sei. Frauke Heiligenstadt muss prompt passen. Dabei will die Landesregierung künftig die Sprachförderschulen abschaffen. Sprachbehinderte Kinder sind aus Sicht der rot-grünen Landesregierung gut in einer allgemeinbildenden Schule aufgehoben. Die Abschaffung von Sprachförderschulen sei konsequent, begründet und verantwortbar, versichert Heiligenstadt („Inklusion ist ein Menschenrecht“). Die Förderung von Schülern an allgemeinbildenden Schulen setze allerdings neue gesetzliche Regelungen voraus, für die „intensive Beratungen“ auch mit Verbänden und Landeselternrat nötig seien.

Den Vorwurf, die Wahlfreiheit der Eltern einzuschränken, weist die Ministerin zurück. Das sieht die Opposition ganz anders. CDU und FDP beklagen, dass die Wahlmöglichkeit für Eltern beschnitten würde.

Vom Schuljahr 2015/16 an sollen an Sprachförderschulen keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden. Die entsprechende Fortbildung der Schulleiter und Lehrer sei auf einem guten Weg, müsse jedoch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, so die Ministerin. Bis Ende 2014 seien rund 2000 Schulleiter, 3200 Grundschullehrer und etwa 1600 Lehrer der Sekundarstufe 1 qualifiziert.

Nachdrücklich verteidigt sich die Kultusministerin gegen den Vorwurf, die Zahlen der Unterrichtsversorgung geheim zu halten. Die Daten seien bereits im Dezember veröffentlicht worden. Die Quote liege bei durchschnittlich 101 Prozent – mehr als von Schwarz/Gelb geplant.

(Quelle: Ostfriesenzeitung, 25.1.14)

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