OZ: „Klassenfahrten vor ungewisser Zukunft“

15. November 2013 | Von | Kategorie: Schule

15.11.13 – Die Ostfriesenzeitung berichtet in ihrem online-Auftritt:

Der Personalrat des Ulricianums Aurich wendet sich in einem Brief an Eltern, in dem die hohe Belastung beklagt wird. Die höhere Stundenzahl für Gymnasiallehrer führe zu Kürzungen bei freiwilligen Angeboten. Auch an anderen ostfriesischen Gymnasien wird das Thema diskutiert.

Aurich – Für die Schüler des Gymnasiums Ulricianum in Aurich und deren Eltern muss das Schreiben des Personalrates der Schule wie eine Drohung geklungen haben. Darin heißt es, dass „viele Lehrkräfte“ nicht mehr dazu bereit seien, „unbezahlte Zusatzaktivitäten“ zu übernehmen. Das betreffe „zum Beispiel mehrtägige Klassen- und Studienfahrten“. Gibt es also ab sofort keine Klassenfahrten mehr?

Das sei so nicht richtig, stellte am Donnerstag der Personalrat klar. „Es ist falsch, dass das Ulricianum auf Klassenfahrten verzichtet“, sagte Mathias Schoon, Vorsitzender des Personalrats, der OZ. Alle bereits geplanten Fahrten fänden statt. In Einzelfällen hätten Kollegen jedoch Planungen für künftige Reisen auf Eis gelegt. Mit dem Schreiben wolle die Vertretung des Kollegiums auf mögliche Folgen der geplanten Anhebung der Arbeitszeit für Gymnasiallehrer hinweisen. Die zusätzliche Unterrichtsstunde bedeute nicht nur eine Mehrarbeit von 45 Minuten. „Da muss man auch Vorbereitung, Korrigieren und Elterngespräche mit einrechnen“, sagte Schoon. Jeder einzelne Lehrer müsse darüber nachdenken, wie er diese Mehrbelastung abfangen könne. „Viele Kollegen sind jetzt schon am Limit“, so Schoon.

„Wir sitzen alle im selben Boot“

Unterricht, Korrekturen und Konferenzen seien verpflichtend  – Einsparpotenzial gebe es bei allen freiwilligen Aktivitäten. Um wachzurütteln, habe man in dem Elternbrief, der ein „Meinungsbild“ des Kollegiums sei, bewusst die beliebten Klassenfahrten als Beispiel genannt. Die Aktion sei nicht gegen die Schüler gerichtet, betonte Schoon. „Wir sitzen doch alle im selben Boot und wollen gemeinsam über das Problem sprechen.“ Bei der Landesregierung sei aber keine Gesprächsbereitschaft zu erkennen. Mit dem Brief will der Personalrat um die Unterstützung von Eltern und Schülern werben. Dieter Schröder, Leiter des Ulricianums, hat Verständnis für das Vorgehen des Personalrats. „Die Arbeitszeitregelung ist nicht gerechtfertigt“, sagte er der OZ. „Das ist ein Angriff auf die Gesundheit der Kollegen.“ Das Schreiben sei deshalb „ein Notruf, kein Kampfaufruf“, so Schröder, der noch auf eine Einigung zwischen Regierung und Lehrerverbänden hofft. Rechtlich sind Lehrer nicht verpflichtet, Klassenfahrten anzubieten.

Auch an den anderen ostfriesischen Gymnasien wird in den Lehrerkollegien intensiv über das Thema Mehrarbeit diskutiert, wie eine Umfrage der OZ ergeben hat. Personalversammlungen entscheiden über mögliche Konsequenzen. So sagte am Donnerstag Frank Tapper, Leiter des Gymnasiums am Treckfahrtstief in Emden: „Ich fürchte, dass die Bereitschaft der Kollegen abnehmen wird, sich über den Unterricht hinaus zu engagieren.“

(Quelle: http://www.oz-online.de/-news/artikel/117653/Klassenfahrten-vor-ungewisser-Zukunft)

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