Protest gegen Mehrarbeit: Niedersächsische Gymnasien streichen Klassenfahrten

11. November 2013 | Von | Kategorie: Schule
11.11.2013 – Die Proteste gegen die geplante Mehrarbeit der Lehrer an Niedersachsens Gymnasien weiten sich aus. Inzwischen hätten die Personalräte von mindestens 15 Schulen die Streichung von Klassenfahrten und anderen freiwilligen Zusatzarbeiten beschlossen, sagte der Vorsitzende des niedersächsischen Philologenverbandes, Horst Audritz, der Nachrichtenagentur dpa.

Vielerorts werde ein Boykott von Klassenfahrten diskutiert. Nach einem Kabinettsbeschluss sollen die Gymnasiallehrer vom Schuljahr 2014/15 an eine Stunde mehr pro Woche unterrichten, außerdem soll die versprochene Altersermäßigung gestrichen werden.

„Wir organisieren keinen Boykott. Die Bewegung kommt aus den Schulen selbst“, betonte Audritz. Bisher beteiligen sich vor allem Gymnasien im Großraum Hannover und Hameln daran, aber auch die KGS Rastede. Der Philologenverband sowie die GEW forderten die Regierung auf, die angekündigte Mehrarbeit zurückzunehmen.

Demnächst soll eine online-Petition mit mehr als 11 600 Unterschriften der KGS Rastede Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) überreicht werden. GEW-Landeschef Eberhard Brandt sagte: „Die Wut und die Enttäuschung in den Kollegien hat sich gesteigert. Ich kann gut verstehen, dass ein Zeichen gesetzt wird.“ Der Landesschülerrat (LSR) lehnt den Klassenfahrten-Boykott ab. „Es ist ein politischer Streit, und der muss auf politischer Ebene geführt werden“, sagte der LSR-Vorsitzende Keven Knipping. „Der Streit darf nicht zulasten der Schüler gehen. Sie werden ein Stück weit instrumentalisiert.“

Heiligenstadt hatte die geplanten Kürzungen als „vertretbar und verkraftbar“ verteidigt. Die Regierung will mit der Mehrbelastung der Lehrer jährlich rund 80 Millionen Euro sparen, die dann im Kultusetat an anderer Stelle ausgegeben werden. Bis 2017 sollen zusätzlich rund 420 Millionen Euro in den Kultusbereich fließen.

Theaterinszenierungen, Weihnachtsfeiern oder Sportfeste stehen nun an vielen Schulen zur Disposition. Eltern bedauern dies. „Wir hätten uns bei allem Verständnis für die Wut der Lehrer einen anderen Weg des Protests gewünscht“, sagte Petra Wiedenroth vom Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens.

(Quelle: http://bildungsklick.de/a/89399/niedersaechsische-gymnasien-streichen-klassenfahrten/)

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