Organisationsbereich „Schule“ im neuen HV der GEW

15. Juni 2013 | Von | Kategorie: Aktuell

Dr. Ilka Hoffmann (49 J) ist im neuen Hauptvorstand der GEW zuständig für den Bereich Schule. Sie wurde im 2. Wahlgang mit 56,3 % der Stimmen gewählt.
Sie selbst stellte sich vor der Wahl vor:

49 Jahre, verheiratet, lebt in St. Wendel-Bubach (Saarland)

„Seit 2011 bin ich Leiterin des Fachgebietes Inklusion/Sonderpädagogische Förderung am Landesinstitut für Pädagogik und Medien in Saarbrücken. Von 1992 bis 1998 war ich DAAD-Lektorin für deutsche Sprache und Literatur in Russland. Eine Erfahrung, die mich sehr geprägt hat. Der internationale und interkulturelle Dialog ist mir wichtig.

Seit meinem Eintritt in den saarländischen Schuldienst – studiert habe ich Grund-, Haupt- und Sonderschulpädagogik in Baden-Württemberg – bin ich GEW-Mitglied. Schon bald war ich im Vorstand der Landesfachgruppe Sonderpädagogische Berufe tätig und Mitglied des Hauptpersonalrates. Seit 2005 leite ich den Vorstandsbereich Schule der GEW Saarland, seit 2009 bin ich Vorsitzende des Bundesfachgruppenausschusses Sonderpädagogische Berufe. Mein Engagement für die GEW war und ist ehrenamtlich. Es ist mir von daher ein Anliegen, die ehrenamtlich Aktiven stärker einzubinden und ihre Arbeit mehr zu würdigen.

Während meiner Tätigkeit an der Schule für Erziehungshilfe hatte ich mit kleinen Jungen zu tun, die schon im Grundschulalter als nicht mehr „tragbar“ galten. Diese Erfahrung gab den Anstoß, mich wissenschaftlich mit dem Thema auseinanderzusetzen, was 2005 zum Abschluss meiner Dissertation führte. Theorie und Praxis sinnvoll miteinander zu verzahnen, muss meiner Auffassung nach auch das Ziel von Lehrerbildung sein. Lehrkräfte brauchen die Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik. Diese erlangen sie nur über ein Reflexionswissen, das sie in ihrer Berufspraxis auch anwenden können. Die einseitige Fokussierung der Schulentwicklung auf Evidenzbasierung – das heißt die Ausrichtung pädagogischer Arbeit auf mit standardisierten Verfahren messbare Effekte – halte ich für problematisch: Es verstärkt die Tendenzen des Ausschlusses von Kindern aus Armutsverhältnissen, negiert die Komplexität menschlichen Lernens und führt zu einem verengten Bildungsbegriff.

Die Inklusion im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention begreife ich als große Chance für den Weg zu einem gerechteren Bildungssystem. Das schließt den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen in den Schulen mit ein. Tendenzen, die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen vorwiegend mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung in Verbindung zu bringen, dürfen in der GEW keinen Platz haben. Wir sollten uns für beides gleichermaßen engagieren: für Partizipation aller im allgemeinen Bildungssystem sowie für gute Arbeitsbedingungen und gerechten Lohn der Beschäftigten.“

 

 

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