Rot-Grün will ab 2014 kleinere Gesamtschulen erlauben

15. April 2013 | Von | Kategorie: Aktuell

15.4.2013 – Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen will in dieser Woche einen Gesetzentwurf zur leichteren Gründung von Gesamtschulen in den Landtag einbringen. „Wir werden damit die bisherige Vorgabe der Fünfzügigkeit auf die Vierzügigkeit verändern“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt in Hannover.

In Ausnahmefällen sollen künftig sogar dreizügige Gesamtschulen genehmigt werden – dies gab es bislang nur bei Gymnasien und gelte für all jene Regionen, in denen sonst kein Gesamtschulangebot realisiert werden könne. Die Neugründung der kleineren Gesamtschulen solle bereits ab August 2014 möglich sein.

Zudem werde mit dem Gesetz das von Schwarz-Gelb eingeführte Turbo-Abitur nach acht Jahren an den Gesamtschulen wieder abgeschafft. „Damit kommen wir den Forderungen vieler bildungspolitischer Verbände und unseren Versprechen aus dem Wahlkampf nach“, betonte Heiligenstadt. Diese Änderung solle bereits ab August 2013 greifen.

Um Nachteile für die Schüler und die Schulen zu vermeiden, sei es wichtig, schnell zu reagieren. „Wenn wir noch ein Jahr warten würden, müssten die Schulen zwei unterschiedliche Abiturjahrgänge betreuen, einen nach acht Jahren und einen nach neun Jahren“, sagte Heiligenstadt. Dies könne durch die jetzige Initiative vermieden werden. Im Juni solle zudem ein Dialogforum zur mögliche Abschaffung des Turbo-Abiturs an Gymnasien starten.

Berechnungen des Kultusministeriums gehen davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren 50 neue Gesamtschulen gegründet werden könnten. Da für die Zukunft zudem mit einem Rückgang der Schülerzahlen von bis zu 40 Prozent gerechnet werden müsse, müsse man kein Mathematiker sein, um zu sehen, dass die neuen Gesamtschulen auch Konsequenzen für die Gymnasien im Land hätten, betonte Kultusstaatssekretär Peter Bräth. Es sei aber Sache der Schulträger, über ihre Schullandschaft zu entscheiden. „Ich bin mir aber sicher, dass es nicht zu dem von CDU und FDP vermuteten Massensterben von Gymnasien kommt.“

Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried, bezeichnete die Pläne als eine Kampfansage vor allem an Gymnasien: „Die Beteuerungen von SPD und Grünen, Gymnasien hätten unter ihrer Regierung nichts zu befürchten, klingen wie blanker Hohn.“

(Quelle: http://bildungsklick.de/a/87450/rot-gruen-will-ab-2014-kleinere-gesamtschulen-erlauben/)

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